Gemäß dem Motto „Zeit ist Geld“ versucht der Mensch immer mehr in ein und derselben Zeiteinheit zu erledigen. Diesem herrischen Taktschlag können die Rhythmen der Natur nicht folgen, die Ökosysteme regenerieren sich nicht so schnell, wie der Mensch den Ressourcenverbrauch anheizt. Wie wir zu einer nachhaltigen Zeitkultur kommen, in der wir uns und unsere Umwelt nicht länger verschleißen, zeigt unser Auszug aus dem Buch „Alles eine Frage der Zeit“.
Der Wissenschaftler Karlheinz Geißler sagt, in Krisen sehe man, wie mies der Mensch seine wichtigste Ressource behandelt: Zeit. Die Wurzel allen Übels sei der Kapitalismus. Was können wir besser machen?
Klimakrise, Artensterben, Burn-out – alles eine Frage der Zeit
Was machen Menschen eigentlich mit ihrer Zeit? Und warum? Über diese und andere Fragen hat der Zeitforscher Karlheinz Geißler mit Gloria gesprochen – und außerdem einige Tipps fürs Zeitmanagement dagelassen.
Das Verhältnis von Zeit und Bildung hat sich in der Pandemie verschärft. Wo wir dabei stehen und was zu tun ist, diskutieren wir am 18. Jänner beim Webinar.
„Altersbilder“, so nennen wir dynamische, häufig bildliche Vorstellungen vom Alter und dem Umgang mit Älteren, sind kulturspezifische Konstruktionen. Sie werden von Menschen entworfen und wirken auf sie zurück.
„Zeit ist für uns in den allermeisten Fällen gleichbedeutend mit Zeitmangel. Es ist das maßlose Machen, das hektische Tun, das Nie-genug-haben-Tempo“, sagt er. Was können wir also tun um ein anderes Verhältnis zur Zeit zu finden? Jonas Geissler hat hier einiges vorzuschlagen…..
Ohne Zeit kein Genuss. Zeit ist die Bedingung dafür, und zwar nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ. Wie muss meine Zeit gestaltet sein, damit ich genießen kann?
Unsere Sprache ist voll von Zeitmetaphern: Fünf vor zwölf, Zeit ist Geld. Wir leben im Zeitdruck ja Zeitnot, müssen Zeitfenster finden.
Karlheinz Geißler im Gespräch mit Rudolf Walter über die Zeiten als Großvater. Veröffentlicht in “Einfach Leben, Thema Lebensübergänge, 05/2017”
Die Zeit ist reif für neue bis gestern utopisch erscheinende Zukunftsbilder, denn Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien. Einige davon wurden binnen weniger Wochen Wirklichkeit: vom Digitalisierungsschub bis hin zur Renaissance neo-ökologischer regionaler Kreisläufe, um nur einige zu nennen.
Wir haben für die verfügbare Zeit einfach mehr Optionen als die Generationen zuvor. Das Paradoxe ist, dass wir uns davon ein erfülltes Leben versprechen, aber ein gefülltes Leben erhalten.
Viele Künstler, Erfinder, Forscher und Schrift- steller verdanken ihren Ideenreichtum gezielter Pausen. Denn eine Pause unterbricht die Rou- tine und öffnet den Raum für Neues jenseits des Alltags. Menschen, die regelmäßig pausieren, leisten mehr.
Das Buch gibt anhand von Stichworten im “ABC unserer Zeiten” anregende, reflektierende und unterhaltsame Einblicke in die Vielfalt der heutigen Zeitkultur.
Gerade war noch Winter, wir warteten sehnsüchtig auf den Frühling, aber es kam ein Virus. Danach warteten wir auf sein Ende und den Sommer, in dem wir alles viel mehr genießen wollten. Jetzt ist plötzlich August und wir fragen uns: Wo sind die letzten sechs Monate eigentlich hin? Hat Corona unsere Zeit verschluckt?
Der spanische Filmemacher Luis Buñuel war ein Meister des Absurden. In seinem Oscar-gekrönten Werk „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ geht es um die Irrtümer und Missverständnisse, die im wohlgeordneten bürgerlichen Leben auftreten
Bereits lange vor dem Corona-Virus hat ein anderen Virus unsere Gesellschaft befallen: der Virus der Beschleunigung. Auch er macht uns krank – zeitkrank: nervös, genervt, zappelig. Alles, was dauert, dauert uns grundsätzlich zu lang. Die Dinge können nicht schnell genug sein. Doch pausenlose Beschleunigung ist nicht alles. Wir kennen auch andere Formen, Zeit zu erleben: die Langsamkeit, das Warten und Pausieren, den Stillstand, die Muße, die Wiederholung – und besonders aktuell in den stillgestellten Zeiten von Corona: die Langeweile.
Das dauert! Ob Klopapier, der ersehnte Corona-Impfstoff oder die Rückkehr zur Normalität – nichts davon kommt über Nacht. Das nervt gewaltig. Haben wir die Kulturtechnik des Wartens verlernt?
Der Zeitforscher Karlheinz Geißler beschäftigt sich mit Entschleunigung. Ein Gespräch über erzwungenen Stillstand, das menschliche Bedürfnis nach Struktur und wie die Zeiteinteilung im Home-Office gelingen kann.
Zeitforscher Karlheinz Geißler weiß, warum manch einer mit zu viel Zeit Probleme hat.